»Maduro ist ein Menschenrechtsverbrecher.« Auch bei seinem Besuch im Weißen Haus sparte Kolumbiens Präsident Iván Duque am Mittwoch nicht mit scharfen Worten. Wenn es um die schlechte Versorgungslage im Nachbarland geht, spricht er auch gern einmal von Genozid. Der Besuch in Washington hatte unter anderem zum Ziel, weitere Hilfsgelder einzusammeln. Denn die Krise im Nachbarland trifft Kolumbien unmittelbar. 2,3 Millionen Venezolaner haben ihr Land nach Angaben der UNO seit 2015 verlassen. Mehr als eine Million halten sich, so die kolumbianische Migrationsbehörde, im Nachbarland auf. Nur etwas mehr als die Hälfte davon legal. Der Druck auf die öffentliche Hand, das Gesundheitssystem und den Arbeitsmarkt ist hoch. In den Grenzregionen blühen zudem der Devisenschwarzmarkt und der Handel mit den von der Maduro-Regierung subventionierten Gütern, während der Export eingebrochen ist. Zudem wirft Bogotá Caracas vor, zu dulden, dass führende Köpfe der ELN-Guerilla Venezuela als Rückzugsgebiet nutzen.

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