Erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Kolumbien: Gustavo Petro zieht in die Stichwahl ein und trifft dort auf den rechten Favoriten Duque

Dario Arizmendi konnte es kaum glauben. »Es ist das erste Mal, dass wir eine Sendung zur Präsidentschaftswahl nicht mit Meldungen über Anschläge, Probleme der öffentlichen Ordnung und nicht geöffnete Wahllokale beginnen«, sagte der 72-jährige Radioveteran im Sender Caracol. In der Tat war die Wahl zum neuen Staatsoberhaupt – die erste nach dem Ende des bewaffneten Konflikts mit der FARC-Guerilla – die friedlichste in der Geschichte des Landes. Dazu trug auch bei, dass die ELN-Guerilla Tage zuvor einen temporären Waffenstillstand verkündet hatte.

Mit 53 Prozent Wahlbeteiligung – der höchste Wert seit zwei Jahrzehnten – brachen die Kolumbianer ihren Rekord der traditionell geringen Teilnahme an Präsidentschaftswahlen. Die allermeisten der Stimmen entfielen dabei auf den Kandidaten der Rechtspartei Centro Democrático, Iván Duque. Für den 41-Jährigen, der als Protegé von Ex-Präsident Álvaro Uribe (2002 bis 2010) gilt und seine Popularität unter anderem aus dem Versprechen schöpft, die Friedensvereinbarungen der noch amtierenden Regierung von Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos mit der FARC-Guerilla an zentralen Punkten noch einmal zu verändern, fuhr mit 7,5 Millionen Stimmen und 39,1 Prozent einen deutlichen Sieg ein.

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